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Musikgespräche

Engagierte Querflötistin mit vielen Talenten

Ein SINFONIMA-Interview mit Kuratorin Kathrin Christians

Kathrin Christians, OPUS-Klassik-Preisträgerin des Jahres 2018 und KLANGRAUM FLÖTE-Kuratorin Kathrin Christians gibt uns einen Einblick hinter die Kulissen der Veranstaltung.

Querflötistin Kathrin Christians (Foto: Janine Kühn)

Querflöten, Querflöten und nochmals Querflöten. Die Veranstaltung SINFONIMA KLANGRAUM FLÖTE widmet sich ganz dem Holzblasinstrument mit seitlichem Anblasloch und seinen Spielern. KLANGRAUM ist ein neues Veranstaltungsformat, das 2020 zum ersten Mal stattfindet. Die Veranstaltung folgt auf die Reihe SINFONIMA CUVÉE DARLING und findet wie gewohnt parallel zur Musikmesse, ebenfalls auf dem Messegelände in Frankfurt, statt. Kathrin Christians, OPUS-Klassik-Preisträgerin des Jahres 2018 und KLANGRAUM-Kuratorin Kathrin Christians gibt uns einen Einblick hinter die Kulissen.

Du bist Kuratorin der Veranstaltung KLANGRAUM. Darüber freut sich das SINFONIMA Team sehr. Was war Deine Motivation, diese Einladung anzunehmen?
Meine erste Suche nach einem Profiinstrument, ich war 13 Jahre alt, begann genau hier. Mit großen, strahlenden Augen habe ich die verschiedenen Instrumente gesehen, ihre Bauweisen bewundert und die Klangunterschiede bestaunt. In den vergangenen Jahren habe ich mit Neugier immer mehr der Flötenbauer persönlich kennen gelernt. Als dann die SINFONIMA Musikinstrumentenversicherung, bei der ich von Anfang an mit meinem Instrument versichert bin, mir anbot, etwas Neues hier zu starten und ich spürte, dass man meinen Ideen vertraut, war ich sofort mit im Boot.

Welche Aspekte der Veranstaltung lagen in Deiner federführenden Hand?
Von der Auswahl der Instrumentenbauer und Accessoires, bis hin zur Planung des Vortrags, des Meisterkurses mit Silvia Careddu, als auch des von SINFONIMA präsentierten Panels zu "Frauen in der Musikwirtschaft". Auch in den vielen unsichtbaren Schritten dahinter, die ich mit einem tollen Team planen durfte, war ich mit eingebunden. Eine tolle und spannende Aufgabe!

Ihr habt sowohl internationale Instrumentenbauer als auch internationale Accessoire-Aussteller für die Veranstaltung gewonnen. Welche Kriterien hattet ihr bei der Auswahl an Ausstellern?
Die Ausstellung war von Anfang an so geplant, dass sich alle Musiker darin wiederfinden sollen, vom Laien bis hin zum Profi. Einige der bedeutendsten Instrumentenbauer stellen aus, genauso wie kleine, familiengeführte Handwerksbetriebe. Die Instrumente sollen die Handschrift ihrer Firma tragen, ihren persönlichen Charakter haben.
Bei den Accessoires ist in den letzten Jahren einiges passiert; nachdem die Auswahl früher eher klein war und es darum ging, das Instrument praktisch und sicher zu transportieren, haben wir heute auch die Möglichkeit, mit Farben und Mustern unseren persönlichen Stil zu zeigen.

Die Ausstellung wird u.a. eingerahmt von zwei Vorträgen bzw. einer Panel-Diskussion „Die Lust am Unvorhersagbaren oder warum wir Musik genießen. Ansätze aus Psychologie und Neurowissenschaft“ sowie „Frauen in der Musikwirtschaft“. Weshalb erachtest Du diese Themen als wichtig?
Ich habe mich schon immer für Themen interessiert, die den Horizont erweitern. Gerade die Auswirkungen von Musik im Gehirn haben mich schon seit Jahren neugierig gemacht und ich sauge quasi alles zu diesem spannenden Thema auf. Umso mehr freue ich mich, dass Iris Mencke vom Max-Planck-Institut genau damit sich beschäftigt.
Das Panel "Frauen in der Musikwirtschaft" ist etwas kontroverser. Ich bin kein Freund von Quoten, aber ein großer Freund von Gleichberechtigung, bei Qualifikation. Durch meine Persönlichkeit, mein Wissen und mein Können möchte ich meine Geschäftspartner davon überzeugen, dass sie mit mir arbeiten sollten; aber nicht aus dem Grund, weil ich eine Frau bin und sie dazu verpflichtet sind.
Niemand möchte mit jemandem Zeit verbringen und etwas entwickeln, weil er dazu verpflichtet ist. Daraus kann keine gesunde Beziehung entstehen. Eine Beziehung um die ich bettle und kämpfe, erwächst nicht aus der Entscheidung für mich. Sondern aus einer Verpflichtung.
Als ich vor einigen Jahren Imke Machura kennen lernte, die Frauen das Handwerkszeug an die Hand gibt, sich zu präsentieren und im Musikgeschäft zu bestehen, war ich sofort angetan. Meiner Meinung nach ein gutes Mittel, um die Qualitäten jeder Einzelnen in den Vordergrund zu stellen.
Anselm Rose dazu zu nehmen war mir ein besonderes Anliegen. Nicht erst seitdem er Geschäftsführer der Rundfunk Orchester und Chöre Berlins ist, bewegt er sich inmitten der Musikszene. Über die Jahre habe ich ihn immer wieder als freundlichen und fairen Teamplayer kennen gelernt.

Ihr bietet auch einen Meisterkurs Querflöte an. Worauf wird dabei der Fokus gesetzt, was sind die Lernziele für die Teilnehmenden?
Ein Meisterkurs ist immer etwas Individuelles. Silvia Careddu, die sowohl in Straßburg, als auch in Berlin Studenten unterrichtet und als Solistin international gefragt ist, hat da ein sehr gutes Gespür für jeden einzelnen. Schlussendlich ist der Fokus eines Studenten im 1. Semester ein anderer, als der eines Masterstudenten.

Du bist selbst professionelle Querflötistin, hast 2017 Deine erste CD gemeinsam mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn aufgenommen. Das CD Programm war mit Werken von Feld, Theodorakis und Weinberg recht mutig. 2018 wurdest Du genau für diese CD mit dem OPUS Klassik Preis ausgezeichnet. Welche musikalischen Ideen und Pläne hast Du für 2020?
Unter anderem werden dieses Jahr Notenausgaben beim AURIO Musikverlag (Anm. d. Redaktion: ein SINFONIMA-Interview mit Geschäftsführer Sebastian Bund-Rolser folgt in Kürze) mit einer Auswahl an Musikwerken aus unterschiedlichen Epochen und in diversen Schwierigkeitsgraden erscheinen, die durch mich kuratiert wurden. Außerdem freue ich mich auf beratende Tätigkeiten im kulturellen Bereich, kulturelle Expertise, die von Unternehmen angefragt wird. Ein onkologisches Musikprojekt in Deutschland, das mich ebenfalls mit ausländischen Medizinprojekten zusammenbringt und nicht zu vergessen CD Nr. II mit dem Zemlinsky Quartett.

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