Musikgespräche

"Das ist ja der Hammer!"

Stiftungs-Vorstandsmitglied Bernd Hammer sagt Auf Wiedersehen! Ein Interview.

Bernd Hammer hat als Rechtsanwalt die Gründung der SINFONIMA-Stiftung begleitet und war bis heute Vorstandsmitglied. Jetzt sagt er Auf Wiedersehen. Wir haben mit ihm auf seine Zeit bei der SINFONIMA-Stiftung zurückgeblickt.

Bernd Hammer (Mitte) mit Jürgen Wörner (Vorstand der Mannheimer, links) und Dr. Lothar Stöckbauer (Vorstandsmitglied der SINFONIMA-Stiftung, rechts) beim SINFONIMA-Wettbewerb 2016 (Foto: Mannheimer Versicherung AG)

Lieber Herr Hammer, ein neuer Lebensabschnitt beginnt bald: Sie stehen kurz vor dem Ruhestand und werden sich damit auch aus dem Vorstand der SINFONIMA-Stiftung zurückziehen. Welche Erinnerungen haben Sie an die Gründung der SINFONIMA-Stiftung?
Ich kam am 1. Juli 1990 als Mitarbeiter der Rechtsabteilung zur Mannheimer. Herr Dr. Stöckbauer trug sich damals mit dem Gedanken, eine Stiftung ins Leben zu rufen und beauftragte die Rechtsabteilung, die rechtliche Gründung in die Wege zu leiten. Für mich war das eine interessante und unerwartete Aufgabe, denn das Stiftungsrecht liegt ja doch etwas abseits vom Versicherungsrecht, dem Haupttätigkeitsgebiet eines Juristen bei einem Versicherungsunternehmen. Binnen weniger Monate war die Stiftung gegründet. In einer festlichen Veranstaltung wurde die Stiftung der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei wurden zwei aus dem Gründungskapital erworbene Geigen (eine Amati- und eine Panormo-Geige) an ausgewählte junge Künstler verliehen. Im Laufe der Zeit konnte die Stiftung ihren Bestand an Violinen und Celli – auch durch Dauerleihgaben Dritter – wesentlich erweitern, so dass sie heute attraktive Instrumente bei ihren Wettbewerben anbieten kann.
Ich war der Stiftung von Anfang an sehr verbunden, konnte sie als rechtlicher Berater stets begleiten und wurde 2003 in den Vorstand berufen.

Welche Anekdoten können Sie mir aus den letzten 30 Jahren Stiftungsgeschichte erzählen, woran erinnern Sie sich gern?
Ich habe sehr schöne Erinnerungen an gemeinsame Abende mit den Mitgliedern des Kuratoriums, z.B. anlässlich einer Exkursion in die Schweiz, wohin die MVG Ende der 90er Jahre expandierte. Bei diesen Zusammentreffen lernte ich u.a., dass die Anzahl an Bratscherwitzen schier unendlich sein muss.

2021 werden sich einige Dinge innerhalb der Stiftung ändern. Welche Pläne sind dies und welche Wünsche haben Sie an die Stiftung?
Die Stiftung wird wohl ein anderes Gesicht erhalten. Neben dem Wechsel im Vorstand wird sich auch die Zusammensetzung des Kuratoriums altersbedingt in absehbarer Zeit ändern.
Die Stiftung ist dabei, ihre Ausschreibungen zeitgemäßer zu gestalten. Der Aushang am Schwarzen Brett und die Anzeige in der Print-Ausgabe von Zeitschriften werden zumindest ergänzt durch eine zielgenaue digitale Kommunikation.  

Welche Tipps geben Sie Nachwuchsmusiker*innen mit auf den Lebensweg?
Die prekäre Arbeitsmarkt-Situation für Berufsmusiker ist seit Jahren leider unverändert. Die Stellen, die zur Verfügung stehen, sind stark limitiert und der Wettbewerb ist sehr groß. Deshalb sollte es sich jeder Nachwuchsmusiker gut überlegen, diese Laufbahn tatsächlich einzuschlagen. Und wenn die Entscheidung für diesen Beruf gefallen ist, muss sie 100 %ig sein, sonst wird man nicht bestehen können.

18 Jahre lang haben Sie gemeinsam mit Dr. Lothar Stöckbauer die Stiftung federführend geleitet. Welche Gefühle überkommen Sie bei dem Gedanken, dass dieser Lebensabschnitt fast herum ist?
Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ein bisschen Wehmut ist natürlich dabei, weil ich durch die Tätigkeit in der Stiftung viel Schönes und Bereicherndes erleben durfte, was ich nicht missen möchte. Aber ich freue mich auch auf das, was jetzt kommt. Ich werde bestimmt keine Langeweile haben. Durch das berufliche Engagement ist viel Privates leider oft zu kurz gekommen.

Für welche Dinge oder Themen haben Sie im Ruhestand endlich Zeit, für die als Berufstätiger immer viel zu wenig Zeit blieb? Auf welche Dinge freuen Sie sich?
Ich interessiere mich schon seit jeher für Politik, Zeitgeschichte und Wirtschaft und habe mir vorgenommen, verstärkt zu diesen Themen zu lesen, Vorträge anzuhören etc. Vor allen Dingen werden ich mich mehr um meine Familie kümmern. Außerdem möchte ich das Klavierspielen wieder intensivieren.

Hatten Sie früher Unterricht?
Ja, ich hatte viele Jahre Klavierunterricht. Es entspannt mich, wenn ich am Klavier sitze.

Gibt es ein klassisches Stück, das Sie so gerne hören, dass Sie davon gar nicht genug bekommen können?
Nein. Je nach Stimmungslage bevorzuge ich z.B. die bekannten Beethoven Klaviersonaten wie Appassionata und Pathétique oder das Klavierkonzert Nr. 1 von Tschaikowsky. Aber auch das Impromptu von Chopin höre ich immer wieder gern.

 

Das Interview führte Isabelle

 

 

 

In Kürze folgt ein ausführliches Interview mit Dr. Lothar Stöckbauer, der die Stiftung von Anfang an als Vorstandmitglied begleitet hat und so einige Anekdoten zu erzählen weiß.  

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