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Musikgespräche

Musik begleitete schon die alten Seefahrer

Schon auf dem 1628 gesunkenen schwedischen Kriegsschiff „VASA“ spielte Musik eine große Rolle. Der berüchtigte schwedische König Gustav Adolph II., der den Bau des Schiffes in Auftrag gegeben hatte, war nämlich ein exzellenter Lautenspieler.

Auf dem Schiff gab ein eigenes Musikzimmer mit hölzernen Wandverzierungen und Hunderten von geschnitzten Holzfiguren. Leider sank es auf seiner Jungfernfahrt wenige Minuten nach dem Start, nach nur einer Seemeile Fahrt. Als Grund wird angegeben, dass Gustav Adolf zwei Kanonendecks anordnete, die jedoch viel zu schwer für das Schiff waren. Aufgrund seiner Topplastigkeit war das Gewicht oberhalb der Wasserlinie zu groß. Daher konnte sich die Vasa bei den starken Seitenwinden nicht aus eigener Kraft aufrichten. 1961 wurde die Galeone geborgen und dabei sogar ihm gewidmete Kompositionen gefunden, von Bartholomäus Rothmann aus Bernburg oder Terserus, Adolph(us) Elai (Elaus) aus Leksand (Schweden).

Insgesamt wird Gustav Adolf II. in der Literatur als charakterlich zwiespältig beschrieben: einerseits als machtgieriger Kriegsheerführer, andererseits als idealistischer Glaubensstreiter mit einer Leidenschaft für Kunst und Kultur. Er griff in den 30jährigen Krieg ein und schützte den Protestantismus vor der völligen Vernichtung durch kaiserlich-habsburgische Truppen. Er sorgte aber auch für den Fortschritt des Bildungswesens, sodass die schwedische Bevölkerung des Lesens kundig wurde. Als leidenschaftlicher und geschätzter Lautenspieler förderte er die Universität Uppsala, sodass 1625 ein Lehrstuhl für Musik eingerichtet wurde. 

Das komplette Prachtschiff könnt ihr im maritimen VASA-Museum Stockholm besichtigen. Es ist mit 98% Originalteilen das besterhaltene Schiff des 17. Jahrhunderts.


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