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Musikgespräche

Amerikanische Auszeichnungen für europäische Branchenhelden

SINFONIMA sprach mit drei hervorragenden Geigen- und Bogenbauern

"The Violin Society of America Competition 2018" ist geschafft - und hat mehrere herausragende Meister ihres Fachs als Gewinner hervorgebracht. SINFONIMA freut sich sehr, ehemalige SINFONIMA CUVÉE DARLING Aussteller und somit bekannte europäische Gesichter unter den Gewinnern zu wissen.

"The Violin Society of America Competition 2018" ist geschafft - und hat mehrere herausragende Meister ihres Fachs als Gewinner hervorgebracht. SINFONIMA  freut sich sehr, ehemalige SINFONIMA CUVÉE DARLING Aussteller und somit bekannte europäische Gesichter unter den Gewinnern zu wissen und gratuliert herzlich:

Gideon Baumblatt & Mira Gruszow
(Violine: "Double Gold Medal for Tone & Workmanship";
Quartet: "Silver Medal for Tone; Cello: "Silver Medal for Tone")

Ulf Johansson
("Certificate of Merit for Workmanship")

Lucie Martinie
("Violine Bow Gold Medal"; "Cello Bow Certificate of Merit for Workmanship")

Marie Castagnol
("Violin Bow: Certificate of Merit for Workmanship")

SINFONIMA hat bei Ulf Johansson (Bogenbau Schweden), Mira Gruszow und Gideon Baumblatt (Geigenbau Berlin) angeklopft und ihnen ein paar Fragen zu ihrer Auszeichnung und ihrem Beruf gestellt. 

 
Bilder: v.l.n.r. Mira Gruszow, Ulf Johansson, Gideon Baumblatt (Bildrechte: 1.+3. Marco del Pra',  2. Dr. Andy Lim)


Wie fühlt es sich an, eine Auszeichnung zu erhalten? Was bedeutet sie Ihnen?
Ulf Johansson:
I’m very happy and proud over my Certificate of a writ of Workmanship. It means that I can still count myself as one of the most skilled bowmakers in the world. My first award was a silver medal for a violin bow in the competition in Mittenwald 1993.

By the way, my photo was taken at a moment when I received information about which elephant baby the money from my ivory project bow, was going to support.

Mira Gruszow & Gideon Baumblatt:
Es ist etwas ganz Besonderes, einen bzw. mehrere Preis zu erhalten, das passiert nicht jeden Tag. Wir haben dieses Mal sogar zweimal Gold und zweimal Silber gewonnen. Es ist eine sehr schöne Bestätigung unserer Arbeit und ein Zeichen, dass man sich konstant verbessert. Wir haben ein ganz enges Netzwerk aus befreundeten Geigenbauer-Kollegen und wir erhalten auch von ihnen und Musikern Anerkennung, wenn wir einen Preis bekommen haben. Das ist toll!

Ist der Beruf des Geigenbauers bzw. Bogenbauers Ihr Traumjob?
Ulf Johansson:
I’ve loved to make bows for a long time. I started 1985, and it’s my dream job.

Gideon Baumblatt:
Gerade ist es einfach eine tolle Zeit, Geigenbauer zu sein. Bis vor 10-15 Jahren gab es kaum bis gar keinen Austausch. Jeder hat sein Geheimnis für sich behalten. Das hat sich total verändert. Im jetzigen Wettbewerb "Violin Society of America Competition 2018" in den USA, habe ich die Instrumente hingebracht und vorher an einem Workshop mit anderen internationalen Geigenbauern aus der ganzen Welt teilgenommen. Vielen von ihnen haben etwas gewonnen. Es gab sehr viel Austausch und gemeinsames Denken, zum Beispiel "Wir wollen alle besser werden. Was machst Du? Wie kriegst Du das hin?", das war ganz wichtig für uns und sehr schön. Unser Erfolg basiert sehr stark darauf, dass wir so viel von und mit Kollegen gelernt haben, dass wir versuchen, bessere Instrumente zu bauen. Die Branche der Geigen- und Bogenbauer hat sich verändert. Zum Positiven.

Was meinen Sie, ist der Grund dafür, dass sich die Branche der Geigenbauer geändert hat?
Gideon Baumblatt:
Noch vor zwanzig Jahren konnte kaum ein Geigenbauer von seinem Handwerk leben. Neugebaute Instrumente und Bogen waren nicht teuer genug. Das ist heute anders und man kann davon leben, nur neue Instrumente zu bauen. Deutschland steht leider trotzdem noch hinter anderen Ländern an, auch wenn Musiker in Deutschland hinsichtlich neuer Instrumente schon offener geworden sind. Aber in den USA und den meisten anderen Ländern stellt sich niemand die Frage, ob ein neues Instrument schlechter ist als ein altes. Und dann gibt es natürlich auch viele junge Geigenbauer, die motiviert sind und die Spaß am Austausch haben. Wir leben in einer viel vernetzteren Welt als vor 20 Jahren.

Welcher Moment beim Bauen eines Instrumentes/Bogens ist für Sie der Beste?
Ulf Johansson:
Ohh, so many parts are really fantastic! From visiting replanting areas, which I support, in Brazil, all the way until I can have someone trying the ready bow is all very interesting steps. I specially like to polish the frog, button and stick. That’s a wonderful part!!

Gideon Baumblatt:
Schön ist, wenn das Instrument fertig ist. Wenn man die Saiten aufzieht und das erste Mal darauf spielt. Obwohl das trotzdem erst der Anfang ist, denn ein Instrument ändert sich in den Wochen danach noch sehr. Trotzdem ist das ein sehr besonderer Moment, weil dann alles zusammenkommt. Wie wenn man Essen kocht und ganz viele verschiedene Zutaten hat und sie alle auf einen Teller gibt und es letztendlich eine Komposition ergibt. Oder eben wie eine tatsächliche Musikkomposition, die zum ersten Mal gespielt wird. Bis dahin war es nur ein Musikstück, das aus einzelnen Noten besteht.

Was war der entscheidende Moment, an dem Sie wussten, dass Sie ein Geigen-/Bogenbauer werden möchten?
Ulf Johansson:
I started to make a violin 1984, and come across bows and found them to be incredibly interesting, so I decided to focus on them. Elegance in the construction and near to make jewellery. 

Mira Gruszow:
Wir haben beide schon als Kinder musiziert und sind sehr musikaffin. Gideon hat Geige gespielt, ich Cello. Ich hatte Lust einen handwerklichen Beruf zu machen und da ich Cello gelernt habe, war es für mich ein natürlicher Weg, in den Geigenbau zu gehen. Natürlicher vielleicht als für andere Geigenbauer, denn nicht jeder kommt über die Musik zum Beruf.

Welchen Komponisten/Sänger oder welche Band bewundern sie und wofür? Welchen Song hören Sie am liebsten?
Ulf Johansson: 
I like so many different music. It’s good for me to listen to classical sometimes, and jazz and folk music other times. I use the music to balance my inner.

 

Herzlichen Dank an Mira Gruszow, Gideon Baumblatt und Ulf Johansson für das Gespräch! 


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