Musikgespräche

Von der Liebe eines künstlerischen Leiters zur Musik

Ein SINFONIMA-Interview mit Dr. Winrich Hopp, künstlerischer Leiter des Musikfest Berlin

Schon seit 2006 ist Dr. Winrich Hopp, 1961 in Berlin geboren, künstlerischer Leiter des Musikfest Berlin. Doch wie beginnt die Liebe einer solchen Person, ihre Leidenschaft zur Musik? Kathrin von SINFONIMA fragt auf dem Musikfest Berlin bei Winrich Hopp nach.

Winrich Hopp (Copyright Fabian Schellhorn)

1961 wird Dr. Winrich Hopp in Berlin in einen nicht musizierenden Haushalt geboren. Mit Sorgen für die Zukunft sehen seine Eltern, wie beide Söhne in die Kunst gehen, sein Bruder als Maler, er anfänglich als Klarinettist. 

Der heutige künstlerische Leiter interessiert sich für Musik der Subkultur: Von der Popmusik hört er sich weiter zum Krautrock und ist fasziniert vom Leben, das damit einhergeht.

Mit 14 Jahren wohnt Hopp in der Umgebung Frankfurts und besucht nicht nur den 1952 gegründeten Jazzkeller, sondern ist auch regelmäßig im berühmten Phonohaus zu Besuch: Seine ersten Stockhausen Schallplatten erhält er aus den Händen des dortigen Jazzverkäufers. Aber genauso wie Winrich Hopp sich für diese Musik begeistert, saugt er auch die vielen anderen Musikrichtungen seiner Zeit in sich auf. 

“Zeitgenössische Musik war nicht neu,
sondern die Musik meiner Zeit”

Hopps Eltern richten ihre Antenne nach Bayern aus, was dazu führt, dass er sein eigenes Radio benötigt  ̶   denn neue Musik erklingt fast ausschließlich in den Vorläufern des heutigen Südwestdeutschen und Hessischen Rundfunks: Tag und Nacht hört er dort unvoreingenommen jede Epoche der Musik, genauso wie Kriminalserien und stundenlange Buchlesungen.

“Der Rundfunk ist für mich ein Bildungsinstitut”

So intensiv er diese Vielfalt an Musik aufsaugt, im Anschluss in die Bibliothek geht um Biografien zu recherchieren und Partituren zu studieren: ein regelmäßiger klassischer Konzertgänger wird Hopp nicht. Auch weil die Musik seiner Zeit, die er so sehr liebt, kaum auf den Bühnen gespielt wird.

Als er sich für das Musikstudium entscheidet, lernt er einen Kölner Komponisten kennen. Dieser geht zu Hopps Eltern, teilt ihnen mit, dass ihr Sohn begabt ist und “mal etwas erleben muss”.

“Ich hatte das Glück, Einflüsse von Menschen zu bekommen die mich aufgenommen haben und mir zugewandt waren.”

Mit 17 Jahren ist es dann soweit und Winrich Hopp ist regelmäßiger Gast in seinem Kölner Studio; es geben sich Komponisten wie Zimmermann, Kagel, Stockhausen und Henze die Klinke in die Hand - und Hopp ist mittendrin in seiner Epoche.

 



Ein Text von Kathrin 

Kommentare
Es sind keine Kommentare vorhanden.
Neuer Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Wir freuen uns über Ihren Kommentar und nehmen Ihren Beitrag ernst. Damit wir dies schaffen, bitten wir um einen kultivierten, respektvollen Umgang miteinander.

Zum Anfang